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1872 - 1918

 

vor 1872

vor 1872 Schwache Anfänge des Feuerlöschwesens zur Klosterzeit

 

Schwache Anfänge eines organisierten Feuerlöschwesens sind hier und in der näheren Umgebung bereits festzustellen als noch das Prämonstatenserreichsstift Schussenried die Herrschaftsrechte wahrnahm. Im 30-jährigen Krieg wurde der größte Teil der Klostergebäude ein Raub der Flammen Damals mußten die Klosterleute ihre völlige Hilflosigkeit in Katastrophenfällen erkennen. Beim Brand des Amtshauses (Alte Apotheke), der durch eine Unvorsichtigkeit der Bewohner ausbrach, konnten die freiwilligen Helfer nur eine weitere Ausdehnung des Feuers auf Nachbarhäuser verhindern.

Das erschütterndste Beispiel einer verheerenden Feuersbrunst im Gebiet des ehemaligen Reichsstiftes ereignete sich im Klosterort Aichen bei Steinhausen, das den Klosterchronisten veranlaßte, Hergang und Ablauf ausführlich zu berichten und so der Nachwelt zu überliefern. Als im Jahre 1734 in Aichen ein Gewitter niederging, entzündete der Blitz ein strohgedecktes Bauernhaus. Das Feuer griff rasch um sich und bald standen auch schon die Nachbarhäuser in hellen Flammen. Die Kunde von dieser Katastrophe verbreitete sich in Windeseile. Abt Didakus Ströbele - der Erbauer der Kirche in Steinhausen - ritt auf einem Schimmel zur Unglücksstätte. Die Einwohner von Schussenried, Steinhausen und Stafflangen eilten, teilweise mit Pferdegespannen und mit Feuerhaken ausgerüstet, zum Brandherd. Dort wälzten sich dichte Rauchwolken zum Himmel. Leuchtende Feuerzungen erhellten die Unglücksstätte. Als die Helfer in Aichen eintrafen, da "ging schon alles drunter drüber". Auf den Wiesen und Feldern irrte das wildgewordene Vieh herum, Pferde wieherten, Kühe brüllten, Schafe blökten und Schweine grunzten. In den Gärten lag Hausrat aller Art - Betten, Truhen, Kästen, Kleider, Stühle und Tische. Weinende Frauen sorgten sich um verängstigende Kinder. die Männer suchten aus den brennendern Häusern noch möglichst viel zu retten. 5 bis 6 mit Stroh und Schindeln gedeckte Häuser brannten schon lichterloh. Aus den Fenstern schlug eine "Höllenglut" ins Freie. "Es krachte, prasselte und donnerte wie Gewehr- und Geschützfeuer." Schwarzer Qualm schlug den Helfern ins Gesicht. "Glühende Schindeln flogen wie Raketen" durch die Luft und fielen oftmals auf Häuser, die das Feuer bisher verschont hatte. Da und dort züngelten neue Flammen auf. Das ganze Dorf schien verloren, wenn es nicht gelingen würde, die brennenden Häuser rasch zum Einsturz zu bringen und so die gefährlichen Feuerwirbel der Stroh- und Schindeldächer zu unterdrücken.

Da ritt Abt Didakus mitten in die planlos arbeitende Menschenmenge hinein und rief mit "donnernder Stimme": Feuerhaken und Stangen her. Reißt die Wände ein, macht die Mauern nieder, Weiber und Kinder bildeten eine Kette um Wassereimer vom Brunnen bis zur Brandstelle zu bringen. Saumselige rief der Abt zur Mithilfe auf. Die Männer bewaffneten sich auf sein Geheiß mit Stangen, Deichseln und Haken und rissen damit Mauern ein. Unter Krachen stürzten die Häuser zusammen. Funken wirbelten wie "blendendes Feuerwerk" durch die Luft. An einer langen Kette wurden Wassereimer von Hand zu Hand gereicht und obwohl dies nur "ein Tropfen auf einen heißen Stein" zu sein schien, das Feuer begann zu ersticken. Da plötzlich wehte ein grimmiger Wind durch die engen Gassen und fachte das Feuer aufs Neue an. Aus den eingestürzten Häusern prasseln "Feuergarben" hoch, die wie "glimmende Raketen" auf die Dächer der noch unversehrten Häuser fielen. Vor einem der Häuser stand eine Pappel, die schon lange "schwelte". Nun begannen ihre äste wie Zunder von unten nach oben zu brennen. Die berstenden Rinden "knallten wie Flintenschüsse". Einer Riesenfackel gleich reckte sich die Pappel über die Rauchwolke, die den Himmel verdüsterte. Die Männer stürzten sich mit letzter Kraft in den hoffnungslosen Kampf gegen das Feuer. Sie zogen und zerrten die Tiere aus den Ställen, Wagen, Pflüge und anderes landwirtschaftliches Gerät aus Scheuern und Schuppen und stapelten es vor dem Dorfe auf. Das Vieh brüllte vor Todesangst, die Hühner flogen wild umher und kreischten, wenn ihr Federkleid Feuer fing. Es stank entsetzlich nach verbranntem Fleisch und Heu. Der Wind wurde zum Sturm. Das ganze Dorf war ein einziges Feuermeer, die Hitze so erbärmlich geworden, daß "selbst Bäume in den Gärten" zu brennen anfingen. Jede Hilfe blieb vergeblich. Den Zuschauern und Betroffenen wurde bei diesem grauenvollen Unglück deutlich, wie ohnmächtig der Mensch den Elementen ausgeliefert ist. Das ganze Dorf Aichen mit Ausnahme von 2 abseits gelegenen Höfen fiel in Schutt und Asche.

vor 1872

Schwache Anfänge des Feuerlöschwesens zur Klosterzeit

1872

Gründung der Freiwilligen Feuerwehr Bad Schussenried am 1. Juli

1893

Neueinteilung der Feuerwehr in 7 Züge, Mannschaftsstärke 140 Mann

1903

Neueinteilung der Feuerwehr in 8 Züge, Mannschaftsstärke 200 Mann

1906

Erweiterung der Feuerwehr durch die Abteilungen Kürnbach, Kleinwinnaden, Olzreute und Roppertsweiler

1910

Großübung der gesamten Feuerwehr mit der Anstaltsfeuerwehr in der königlichen Heil- und Pflegeanstalt Schussenried

1914

50 Wehrmänner wurden vom Rathaus zum Militär eingezogen



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